WegArt Skulpturen entlang des Veitscher Pilgerweges

WEGArt  WALLFAHRT·ERLEBEN·GEHEN·KUNST

ist ein überregionales Projekt der Gemeinden Mitterdorf, Wartberg, Veitsch, der Forstlichen Ausbildungsstätte Schloss Pichl ,der Kultur·Initiative·Mitterdorf als Projektträger und des Leaderprojektes "Auf den Spuren der Pilger und Wallfahrer" mit dem Ziel, entlang der Pilgerwege nach Mariazell von Künstlern gestaltete Objekte, Skulpturen und landschaftliche Installationen aufzustellen. Die Kunstwerke, die im Rahmen von nationalen und internationalen Bildhauersymposien entstanden sind, beinhalten den Themenbereich "Kunst entlang des Weges" und sind Teil eines Gesamtkonzeptes der Vernetzung von Wallfahrerwegen nach Mariazell. Diese zwischen 2002 und 2006 geschaffenen Objekte haben nicht unmittelbare Funktion, wie etwa Verabschiedungsort für Wallfahrer oder als Erinnerungsmal für Verunglückte, beim Fronleichnamszug oder bei Bittgängen um Regen oder Sonnenschein, aber alle sind Lebensmarkierungen, geistliche oder weltliche Orientierungspunkte für den Wanderer, die den Weg weisen oder offen lassen nach Nord und Süd, Ost und West und auch in andere Dimensionen, nach oben oder nach unten, himmelwärts oder erdenwärts; bereits neun stehen im Bereich der Gemeinden Mitterdorf, Wartberg, Veitsch, weitere im Skulpturenpark Schloss Pichl und laden zur Besinnung ein.

 

Anmerkung:

2006 wurde das Projekt abgeschlossen. Es wurden insgesamt 21 Objekte entlang der Pilgerwege und der Kreuzweg am Friedhof Mitterdorf errichtet. 2010 entstanden in Mitterdorf in der Folge der Pilgerpfad, die Pilgermeile und der Pilgerpark im Schloss Pichl, um das Projekt innerörtlich abzurunden.

 

Die Gesamtkosten des ursprünglichen W.E.G.Art-Projektes betrugen rund € 270.000.- wovon 50% durch das Leader-Projekt finanziert wurden. Weitere 50% wurden durch finanzielle und materielle Zuschüsse von den beteiligten Gemeinden und privaten Sponsoren aufgebracht.

Foto: Herbert Podbressnik

Der unten eigezeichnete Skulpurenweg ist 15 km lang. Die Skulpturen befinden sich großteils am Pilgerweg der von Mitterdorf im Mürztal nach Maraizell führt. Auskünfte unter 0699-17 3856 17.


Skulpturenweg auf einer größeren Karte anzeigen

"GEDANKEN"  von Waltraut Gschiel

Bei jeder Pilgerreise, ob zu Fuß oder mit einem Fahrzeug, allein oder in Gemeinschaft mit Anderen - jeder hat "seine" Gedanken, Gebete und Bitten. Seine ureigene Motivation zu dieser, seiner Pilgerreise. Obwohl gemeinsam gebetet und Fürbitten gesprochen werden, sind nicht nur diese allein Ausdruck der Gedanken eines Pilgers. Vielmehr entstehen auf einer solchen Wanderung Gedanken, die nur dabei in solcher Deutlichkeit zum Ausdruck kommen können. Kein anderer Mensch, kein anderer Teilnehmer, der gemeinsam mit ihm diesen Pilgerweg geht, wird diese ganz innersten Gedanken, Bitten, Flehen, Flüche und Schwüre hören. 

Das Objekt hat Fragmente dieser Gedanken, die genau an dem Zeitpunkt, an dem der Pilger an der Stelle der Wegstrecke vorbeigeht, an der das Objekt steht, eingefangen. Die Gedanken sind auf den Tontafeln festgehalten - für den Betrachter ein Geheimnis bleibend. Auf den kleinen Tontafeln sind diese Momente fragmentarisch festgehalten und im Eisengitter gesammelt. Für jeden sichtbar aber

für keinen entzifferbar, für keinen lesbar, für keinen verständlich. Für keinen anderen Menschen von Bedeutung, ausgenommen für DEN, für den diese innersten Gedanken bestimmt sind.

Standort: Entlang L102 im Bereich ehemaliges Gasthaus Seisl/Reithofer;

Errichtet: 2006    GPS: 47,55882 + 15,503092


"VEITSCHER TOR"  von Manfred Gollowitsch

Dieser Stein spricht eine besondere Sprache; sowohl unbearbeitet (mit der Geschichte des Ortes verbunden) als auch bearbeitet (als abgeschliffener Lebensweg) - den Geist der Wallfahrt tragend.

Material/Technik: Magnesit/Dolomit, Holz bemalt.

Standort: Entlang L102 im Bereich Gasthaus Rantsch;

Errichtet: 2002   GPS: 47,566207 + 15,502147


"DAS LEBEN ALS WEG"  von Hermann Pitow

Standort: Park am Feuerwehrplatz;

Errichtet: 2002   GPS: 47,579720 + 15,493350


"MAGNESIT-BARBARA"

Barbarisch, nein heilig ist sie, die Magnesit-Barbara, das Werk am Werk in der Veitsch.

125 - Jahre steht es hier und läuft doch immer weiter. Carl Spaeter kam sehr früh und schon wards hell in diesen Stollen im Berg durch den Magnesit, ob Welle oder Teilchen, das Licht es brennt aus dem Carbid der Bergleute untertags, die bohren, schießen, fördern das Gestein, den Magnesit, der unnütz hier herumlag Millionen Jahr, doch jetzt ist Eisenzeit und Höllenfeuer groß: es wird bezwungen und es schützt uns dieser wunderbare Stoff, fest im Feuer, eben feuerfest. Die Wirtschaft, die Industrie brauchts in aller Welt, denn Stahl ist Arbeit, Nahrung, Quell für Wohlstand und bequemes Leben auf der Autobahn und am Feld, wo fleißige Hände arbeiten.

Jedenfalls ein Arbeiter ists, den man braucht, von der Urproduktion bis zur Kernfusion; der Diesel macht aus Holz, Gas oder Wein, egal ob Ökosteuer, Grünabgabe oder Klimacent ihn behindern auf seinem Weg nach Mariazell, dem Ziel des Pilgers, der hier verweilt, denn Glaube ist keine Meinung, schon gar nicht in einer Welt voller Populismus, Wellnessparteien und medialer Verblendung. Aber man täuscht keinen so sehr wie sich selbst! Das wird den echten Pilger aber nicht abhalten, diesen mystischen Platz an der Sonne, das Veitscher Pilgerkreuz zu besuchen, zur Umkehr oder Einkehr, ganz wie die Seele es bedarf. Und die Magnesit-Barbara, sie weist den Weg, und den rechten Weg zu finden, ist die Kunst des Lebens.

 

Glück auf! Karl Bürgl fecit.  Material/Technik: Magnesit, Eisen.

Standort: RHI Hauptgebäude; Errichtet: 2005   GPS: 47,585416 + 15,473730


"LATTEN³"  von Reinhard Jordan   zaun begrenzt

ab - ein - aus // grenzen setzen unbegrenzt durchlassen // durchsicht einsicht blickdicht // dicht machen verdichtengeschlossen

meine grenzen wahren // deine grenzen überschreiten //alles hat seine grenzen!

nur über den wolken ....// sicher,wo sonst.

Standort: Groß-Veitsch, vor dem ehemaligen Rot-Kreuz-Gebäude;

                                         Errichtet: 2002   GPS: 47,587111 + 15,471902


"VEITSCHER DISKUS"   von Franz Krammer


 In meiner Zeichensprache erzähle ich euch das Erlebnis einer Wallfahrt nach Mariazell.

Material/Technik: Heimische Lärche verleimt, Scheibe drehbar, Durchmesser 160cm.

Eine Übersetzung der Zeichensprache liegt im GH. Radwirt auf.

Standort: Beim Gasthof Radwirt, Brunnalmstraße;

                                   Errichtet: 2005   GPS: 47,614805 + 15,453685


"Pilger-Server"  eine interaktive Skulptur von atelier@cremsner.at

Pilgern heißt "unterwegs sein". Nicht nur zum gewählten Ziel, sondern auch zu sich selbst, zur spirituellen Erkenntnis. gib deine Einsicht, deine Frage, deine Botschaft hier und jetzt an die nächste/den nächsten weiter. (Anonym oder mit Adresse) und erhalte die Inspiration jener Person die vor dir diesen weg gegangen ist. (Papier & Stift findest du in der Metallbox).

Der Versuch, an einem bestimmten Ort auf einem bestimmten Weg Menschen zu verbinden, einsichten auszutauschen und die Auseinandersetzung mit einer/einem anzubieten, die/der vor uns kam und nach uns kommen wird.

Neuer Standort: Entlang Brunnalmstraße, zwischen Radwirt und Radhof;

                                   Errichtet: 2006      GPS:  47,618796 + 15,445305


"LEBENSWEG"  von Elisabeth Schindelka "LIKA"


Jeder von uns ist als vollkommener Mensch auf die Erde gekommen. Im Laufe des Lebens entwickeln wir uns  zu einer Persönlichkeit und finden im positiven wie im negativen Sinne die eigene Mitte.Irgendwann kommt für jeden von uns der Zeitpunkt für die innere Umkehr, um innezuhalten und um das Leben neu zu überdenken.  Der Weg führt zu einem tiefer empfundenen Leben und auf der Pilgerreise erreichen wir ein Ziel der Hilfe und des Dankes, sodass wir am Ende wieder zur Vollkommenheit gelangen.

Material/Technik: Ton-Hochbrand, Farbkörper Glasur.

Standort: Bereich Almgasthof Scheikl, Brunnalm; Errichtet: 2005      GPS: 47,632863 + 15,424509


"ENGELWESEN"  von Eveline Zadek

 

Der Engel gilt in fast allen Religionen als Bote Gottes, Begleiter, Beschützer, Richtungsweiser. Als Verbindung zwischen Himmel und Erde, Gott und Mensch. Gerade das Pilgern fernab den Zwängen des Alltags ist eine besondere Gelegenheit das innere Licht, die innere Musik, den Engel in uns wahrzunehmen.

Der Engel ist hier nicht als vermenschlichtes Flügelwesen dargestellt, sondern als sich bündelnde Energie und Kraft, die aus dem Nichts auftaucht, sich zu einer Gestalt formt, um uns nachhaltig zu berühren.


Material/Technik: Porzellanteile, Drahtseil.

Standort: Brunnalm, im Bereich Sonnkogellift;

                                          Errichtet: 2005  GPS: 47,630401 + 15,422055


"SCHALLER-HANSL"  von Rudolf Schweiger

 

Die hier aufgestellte, geschnitzte Holzfigur stellt den "Schaller-Hansl" aus Veitsch dar. Die Legende dieser Figur hat ihren Ursprung in Portugal, wo im 16. Jahrhundert der hl. Johann von Gott lebte, der zeitlebens ein großer Wohltäter für alle Notleidenden und Kranken war. Er gründete die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder.

Im Sterbebuch der Pfarre Veitsch wird im November 1791 der Tod eines "Johann" erwähnt. Auffallend ist, dass nur der Taufname in einer besonderen Schreibweise vermerkt ist.

Es muss sich also um einen außergewöhnlichen Menschen gehandelt haben. Möglicherweise hat man diesen "Johann" aus der Veitsch mit dem hl. Johann von Gott in Verbindung gebracht. 

Wahrscheinlich war dieser "Johann" aus Veitsch auch ein Wohltäter und Retter eines Ertrinkenden und wohl aus diesem Grund wurde ein Marterl auf der Veitschalm am Wallfahrtsweg nach Mariazell aufgestellt.

 

Standort: Fadeneben; Errichtet: 2005  GPS: 47,633301 + 15,404513


"DAS BROT DES HIMMELS"  von Hans Leitner

 

... Wer zu mir kommt wird nicht mehr hungern und wer an mich glaubt wird nicht mehr durstig sein...... und wer zu mir kommt den werde ich nicht abweisen..Joh. 6, 32-47

Material: Lärchenholz      

                                          Standort: Hochreiterkogel; Errichtet: 2006   GPS: 47,579720 + 15,493350


"METAMORPHOSE"  Auf dem Weg von Werner Schimpl 

 

Standort: alte Seilbahnstützenkonstruktion bei der Hundskopfhütte

 

"Durch das Ablegen der Bekleidung befreien wir uns symbolisch vom Oberflächlichen. Unsere nächste Schicht ist die Haut, die Nacktheit als sichtbares Aüßeres. Mit dem Röntgenstrahl ist es möglich, bis in das Innerste des Körpers vorzudringen, aber wir sehen nur Strukturen unseres Knochenbaues und der Organe, weiter nichts. Meine Absicht ist es, Hüllen und Schutzschichten als Wegzeichen zurückzulassen, sich der alten Kleider zu entledigen, um unser Innerstes auf körperlicher und mentaler Ebene neu spürbar werden zu lassen".


am Weg zur Hundskopfhütte